Bügel aus Bochum
Bis etwa 1880 wurden Bierflaschen mit Stopfen aus den verschiedensten Materialien verschlossen. Der Korken konnte sich schließlich durchsetzen.
Er bot von allen Verschlüssen die meisten Vorteile, musste allerdings mit einer Schnur oder einem Bindedraht am Flaschenmundstück befestigt werden. Seine "Sprungkraft", sprich: Der Innendruck infolge der Gärung (Kohlensäure) war zu groß. So kam der Flaschenkopf zu seinem charakteristischen Wulst, der das Festbinden des Verschlusses ermöglichte.
Patente Lösung: harte Konkurrenz für den Kronkorken
Bereits 1875 meldete Carl Dietrich den Drahtbügelverschluss erstmals zum Patent an. Im Laufe der Zeit konnte er dem Korken Konkurrenz machen. In aller Welt wurden nun unzählige Arten dieses Verschließmittels zum Patent angemeldet.
Der Schwede Charles de Quillfeldt brachte die Bügel-Verschlusstechnik einen entscheidenden Schritt weiter: Er ließ die Einführung seitlicher Löcher am Flaschenhals patentieren. Seine Idee ermöglichte die Befestigung des Verschlusses ohne Haltevorrichtung direkt an der Flasche und perfektionierte den Mechanismus so auf einfachste Weise.
Auch wenn man heute wieder andere Werkstoffe verwendet, scheint sich als Material für den Knopf der Bügelverschlüsse damals sehr schnell Porzellan durchgesetzt zu haben. Ende der 20er Jahre, pünktlich zur Vollendung des Bügelverschlusses, setzte der Kronkorken erneut zum Siegeszug an und konnte den Konkurrenten nach dem zweiten Weltkrieg endgültig aus der Branche verdrängen.
Mut zum "Retro-Risiko"
Trotzdem liegt der größte Vorzug des Bügels heute wie damals auf der Hand: Die einmal geöffnete Flasche ist wiederverschließbar und das Bier bleibt länger frisch.
Nicht zuletzt deshalb traf man bei MORITZ FIEGE die Entscheidung, den Bügelverschluss unter neuen Bedingungen – Abfüllung und Qualitätssicherung erfolgen auf höchstem technischen Niveau – wieder zu beleben und damit ganz nebenbei eine Menge Mut zum Retro-Design zu beweisen.
Vorfreude lauter, Frische länger: Begeisterung über den Bügel
Im Jahre 2002 unterstrich die Privatbrauerei MORITZ FIEGE ihre Verbundenheit mit der Heimat durch eine erhebliche Investition in den Standort einmal mehr.
Am 23. April, Tag des deutschen Bieres, war es soweit: MORITZ FIEGE ging als eine der letzten unabhängigen Regionalbrauereien mit der Wiedereinführung der Bügelverschlussflasche in einer modernen Version eigene Wege. Und das höchst erfolgreich, denn die neue „alte" Flasche entspricht nicht nur dem charaktervollen Geschmack der MORITZ FIEGE Biere, sie trifft auch den guten Geschmack der Kunden. Die Biertrinker sind begeistert: Durch den Bügel und sein unverwechselbares „Plopp" sind die Vorfreude lauter und das Frische-Erlebnis länger geworden.




